Das wurde unlängst auf unserer facebook Seite gepostet :

5 Gründe die beweisen, dass du unbedingt in einem Chor singen solltest

http://www.kaufda.de/insights/gruende-die-beweisen-dass-du-unbedingt-in-einem-chor-singen-solltest/

warum hilft uns singen ?

Es ist ein wirklich befreiendes Gefühl, sich über selbst gesteckte Grenzen hinwegzusetzen. Solange wir keinem Anderen zu nahe treten oder stören, solange dürfen wir uns alle Freiheiten nehmen die uns gut tun. Lernen über sich selbst zu schmunzeln, Eigenheiten lieb gewinnen, sie anerkennen, das alles kann Singen meiner Meinung nach auch fördern. Gerald Hüther erwähnt in einem Vortrag, dass es auch ein gutes Gegenmittel gegen Angst ist, denn mit gefüllter Brust und aufrechter Haltung lässt sich kaum Angst spüren. Viele Menschen singen automatisch um Angst zu vertreiben, in den verschiedensten Situationen. Auch eine Mutter singt dem Kind ein Schlaflied um es zu beruhigen. Ich bin überzeugt, dass Singen sämtliche Neurohormone in Schwung bringt, die uns zu einem guten Gefühl verhelfen.

 

Unten folgendes schreibt Gerald Hüther, ein von mir sehr geschätzter und sehr angesehener Neurobiologe und Autor vieler interessanter Bücher über die Entwicklung von Kinderhirnen. Da ich überzeugt bin, dass vieles davon in jedem Alter möglich ist, da das Gehirn eine Flexibilität hat und  sich laufend neu 'verknüpft' und 'bahnt' würde ich mich freuen, wenn wir gemeinsam singen. Ich selber bin das Beste Beispiel einer 'Nichtsängerin', mehr als ein schüchternes Gekrächze dürft ihr von mir anfangs nicht erwarten, aber ich bin zuversichtlich, dass es auf jeden Fall lauter und selbstbewusster wird und ich es selber mit Humor nehmen kann. Und wenn wir zusammen singen, wird es Spaß machen und ganz besonders klingen !

 

Quelle: http://www.gerald-huether.de/populaer/veroeffentlichungen-von-gerald-huether/texte/singen-gerald-huether/index.php

 

Gerald Hüther:

"Es kommt beim Singen zu einer Aktivierung emotionaler Zentren und einer gleichzeitigen positiven Bewertung der dadurch ausgelösten Gefühle. So wird das Singen mit einem lustvollen, glücklichen, befreienden emotionalen Zustand verkoppelt („Singen macht das Herz frei“). Das gemeinsame, freie und lustvolle Singen führt zu sozialen Resonanzphänomenen. Die Erfahrung von „sozialer Resonanz“ ist eine der wichtigsten Ressourcen für die spätere Bereitschaft, gemeinsam mit anderen Menschen nach Lösungen für schwierige Probleme zu suchen („wo man singt, das laß´ Dich richtig nieder, böse Menschen haben keine Lieder“). Gemeinsames Singen mit anderen aktiviert die Fähigkeit zur „Einstimmung“ auf die Anderen und schafft so eine emotional positiv besetzte Grundlage für den Erwerb sozialer Kompetenzen (Rücksichtnahme, Einfühlungsvermögen, Selbstdisziplin und Verantwortungsgefühl). Da das Singen am Anfang immer mit anderen und mit der dabei empfundenen positiven emotionalen Besetzung erfolgt, kommt es zu einer sehr komplexen Kopplung, die später im Leben, auch beim Singen ganz allein für sich wieder wachgerufen wird (Singen macht froh und verbindet).Beim Singen kommt es individuell zu sehr komplexen Rückkopplungen zwischen erinnerten Mustern (Melodie, Tempo, Takt) und dem zum Singen erforderlichen Aufbau sensomotorischer Mustern (Wahrnehmung und Korrektur der eigenen Stimme). Singen ist also ein ideales Training für Selbstreferenz, Selbstkontrolle, Selbststeuerung und Selbstkorrektur.Zusätzliche, sich ebenfalls automatische einstellende „Nebeneffekte“ des Singens sind:

 

Erleichterung von Integrationsprozessen (Migranten, Behindete etc.)

salutogenetische Wirkungen (Singen heilt Wunden)

Generationenübergreifende Wirkungen (Alt und Jung)

Erleichterung des Spracherwerbs (Singtherapie bei Sprachentwicklungsstörungen)

transgenerationale Weitergabe von Kulturleistungen (Volkslieder, Singtraditionen etc.)

 

Es ist eigenartig, aber aus neurowissenschaftlicher Sicht spricht alles dafür, dass die nutzloseste Leistung, zu der Menschen befähigt sind – und das ist unzweifelhaft das unbekümmerte, absichtslose Singen – den größten Nutzeffekt für die Entwicklung von Kindergehirnen hat.

Darüber lohnt es sich, etwas länger nachzudenken."